Santa Maria
Jüngere), dem Schutzpatron von Funchal. Als 1521 die Pest ausbrach, beschlossen die Oberen der Stadt die Wahl eines Schutzheiligen. Bei einer Versammlung in der Kathedrale wurden die Namen Marias, Johannes des Täufers und der Apostel in einen Hut gelegt und daraus der zukünftigen Patron gezogen. Der Bau einer kleinen Kapelle, die ihm geweiht werden sollte, hatte bereits begonnen. Das Bildnis von Tiago wurde dann in einer Prozession zu der Kapelle getragen. Die Fertigstellung der Kapelle verzögerte sich aber und 1538 brach wieder die Pest aus. Daraufhin fand eine zweite Prozession am Tag des Schutzheiligen - dem 1. Mai - statt. Seitdem gab es keine Pestfälle mehr auf der Insel und jedes Jahr findet eine Prozession zu Ehren von Tiago statt. Die Kapelle wurde im 18. Jahrhundert im barocken Stil zu der Kirche erweitert, die heute zu sehen ist. Neben schönen architektonischen Details ist vor allem der versilberte Holzchor aus der ursprünglichen Kapelle sehenswert.
Die "Capela do Corpo Santo" wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Fischern erbaut. Sie wurde nicht nur für religiöse Zwecke verwendet, sondern auch als Krankenstation und Versammlungsraum für die Bruderschaft der Fischer. Vom ursprünglichen Bau ist nur der gotische Eingang erhalten, alles andere stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sehenswert sind der Hochaltar und die Malereien im Altarraum, die das Leben und die Wunder des Schutzheiligen darstellen. In der Sakristei steht der "Schrein der drei Schlüssel", der nur vom Kaplan, dem Führer der Bruderschaft und dem Schatzmeister geöffnet werden durfte. Nachdem Funchal 1566 das Opfer eines großen Piratenangriffs geworden war, wurde der Bau einer Festung beschlossen. Die "Fortaleza de Santiago" wurde aber erst 1614 fertiggestellt, 1767 erweitert und bis 1992 militärisch genutzt. Heute ist das Museum für zeitgenössische Kunst in der Festung untergebracht, die auch für andere kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.