Sé - historisches Zentrum Funchals

Rund um den Platz "Campo do Duque" wurden die ersten öffentlichen Gebäude Funchals errichtet. Das Rathaus und öffentliche Versammlungsräume wurden 1491 fertiggestellt und 1493 begann man mit dem Bau der "großen Kirche", die 1517 als Kathedrale geweiht wurde. Danach entstanden im 16. Jahrhundert rund um

den Platz Regierungsgebäude, die Festung, der Bischofspalast, das Priesterseminar und die Jesuitenschule. Um das Machtzentrum herum ließen sich die reichen Händler nieder. Viele der Gebäude wurden 1748 bei einem schweren Erdbeben stark beschädigt, aber in den Folgejahren renoviert. Die heute noch erhaltenen Gebäude werden in anderen Funktionen noch genutzt. Neben den vielen alten Herren- und Kaufmannshäusern sind die folgenden Gebäude besonders sehenswert. Das heutige Rathaus ist ein schönes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert mit einem aus Stein gemeißelten Eingangsportal und schmiedeeisernen Balkonen. Das neue Zollhaus wurde 1519 fertiggestellt und im Laufe der Jahrhunderte häufig umgebaut. Das schöne Gebäude im manuelinischen Stil ist heute der Sitz des Inselparlaments. In der Nähe der Kathedrale wurde 1685 ein Hospital für Bedürftige erbaut und bis 1931 als Krankenhaus genutzt. Das heute von der Regierung genutzte Gebäude hat interessante architektonische Elemente und Azulejos aus dem 17. Jahrhundert.

Die Fortaleza Sao Lourenco ist die zweite dieses Namens. Die erste Festung wurde von 1529 - 1540 erbaut und fiel dem Piratenangriff von 1566 zum Opfer. Danach begann man mit dem Bau einer ausreichend starken Befestigung, der in mehreren Phasen bis ins 19. Jahrhundert dauerte. Die Festung ist ein gutes Beispiel für den portugiesischen Festungsbau und wurde am Anfang von den Gouverneuren Madeiras häufig als Residenz genutzt. Heute ist sie ein Nationaldenkmal und Residenz des Ministerpräsidenten der Autonomen Region und des Militärkommandos. Von innen kann der Nationalpalast daher nur nach Absprache besichtigt werden. Die Architektur lohnt aber einen Besuch, den man mit der Besichtigung der Ausstellung zur Geschichte der Festung verbinden kann.