Vegetationszonen
stärksten menschlichen Eingriffe erlebt, so dass die ursprüngliche Vegetation mühsam gesucht werden muss. Bäume sind selten, nur der ungewöhnliche Drachenbaum kommt häufiger vor (inzwischen allerdings meist in Parks). Eigentlich wachsen hier Sträucher, Kräuter und Sukkulenten. Viele Arten sind - wie in jedem madeirensischen Ökosystem - endemisch, kommen also nur auf Madeira vor. Interessante Spezies sind zum Beispiel die Fischfang-Wolfsmilch, deren giftiger Saft zum Fischfang verwendet wurde und das Klebaeonium, das - für Dickblattgewächse eher untypisch - echte Sträucher bildet. Ab etwa 300 Metern beginnt die Übergangszone in den Lorbeerwald Laurissilva, in der die ersten Bäume wachsen. Der Lorbeerwald ist auf der Nordseite in Höhen von 300 - 1300 Metern und auf der Südseite von 700 - 1200 Meter zu finden. In dem nebelfeuchten urzeitlichen Wald findet man außer verschiedenen Lorbeerarten unter anderem endemische Stechpalmen und Holunder. Der Bodenbewuchs besteht hauptsächlich aus verschiedenen Farnen.
In der Übergangszone zum Hochgebirge - dem Heidewald - sind viele Arten des Laurissilva noch zu finden. Durch den stärkeren Wind und die intensivere Sonneneinstrahlung bleiben sie aber deutlich kleiner. Die häufigsten Pflanzen sind Heidegewächse und eine endemische Heidelbeere. Höher als sechs Meter wächst in dieser Region fast nichts mehr. Im Hochgebirge wachsen nur noch Arten, die an die harten Bedingungen angepasst sind. An windgeschützten Stellen stehen noch Bäume und Sträucher wie eine endemische Vogelbeere und Zedern-Wacholder. Echte Hochgebirgspflanzen sind endemische Glockenheide, Augentrost und Veilchen mit ihren zarten Blüten. Leider findet man auch häufig eingeschleppten Stechginster, der sich unkontrolliert ausbreitet.